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Wertschätzung als Erfolgsmodell

Arbeitsagentur zeichnet Heinz Schnorpfeil Bau GmbH in Treis-Karden aus

Sie ist eine feste Größe, wenn es um Straßen- und Brückenbau geht – in der Region und weit darüber hinaus. Der gute Ruf der Heinz Schnorpfeil Bau GmbH kommt nicht von ungefähr, mehrere Generationen des Familienunternehmens haben hart dafür gearbeitet. Und die Geschäftsführung weiß: Ohne zuverlässiges Personal geht´s nicht – doch das ist immer schwieriger zu finden. Weil man bei Schnorpfeil bereit ist, dem offen und mit neuen Ideen zu begegnen, gab´s jetzt das Zertifikat „Unternehmen mit Zukunft“ der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen.

Als der gelernte Schlosser Heinz Schnorpfeil 1948 mit einem aus mehreren Schrottfahrzeugen selbst zusammengebauten Lkw sein Transportunternehmen für Holz und Steine gründete, wagte er vermutlich kaum zu hoffen, dass dies der Grundstein für eine überaus erfolgreiche Firmengruppe mit mehr als 30 „Töchtern“ und über 700 Beschäftigten sein würde. Ein Erfolgsgarant des aus den Trümmern des Krieges gewachsenen Familienunternehmens war von Beginn an die hohe Qualität der abgelieferten Arbeit; ein anderer das hohe Maß an Verantwortung, das die „Chefs“ bis heute für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen. Gerade Letzteres sei heute wichtiger denn je, erklären Personalleiter Marko Arnoldi und Prokurist Günter Pick. „Der Markt für Fachkräfte wird immer enger und der Konkurrenzkampf um die besten Köpfe größer.“

Deshalb gelte es auch weiterhin, frühzeitig auf aktuelle und künftige Herausforderungen zu reagieren. Eine wichtige Aufgabe sehen Pick und Arnoldi darin, das Unternehmen bekannter zu machen. „Zwar kennt uns in der Region eigentlich jeder, aber gerade junge Leute wissen erstaunlich wenig darüber, welche Berufe sie bei uns lernen können.“ Deshalb sucht Schnorpfeil seit Jahren gezielt den Kontakt zu Schulen und stellt auch auf regionalen Messen immer wieder die elf handwerklichen, technischen und kaufmännischen Berufe vor, die das Unternehmen ausbildet: Betonbauer, Elektroniker, Metallbauer, Kfz-Mechatroniker, Straßenbauer, Verfahrensmechaniker, Baustoffprüfer, Vermessungstechniker, Bauzeichner, Fachinformatiker und Industriekaufleute. Ergänzt wird das Angebot seit einigen Jahren durch das Duale Studium „Bachelor of Engineering – Fachrichtung Bauwesen“. 46 Auszubildende beschäftigt die Unternehmensgruppe derzeit, 14 von ihnen gehören erst seit wenigen Wochen zur Schnorpfeil-Familie.

Und tatsächlich fordert die Betreuung des Nachwuchses den Verantwortlichen heute sehr viel Engagement ab, das früher eher in der Familie geleistet wurde, sagen die Ausbilder. Häufiger müssten den jungen Leuten etwa Kernkompetenzen wie Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein oder Zuverlässigkeit beigebracht werden. Aber auch den privaten Problemen verschließen sich die Vorgesetzten nicht, denn sie wissen: Nur wer nicht von persönlichen Nöten erdrückt wird, kann sich voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren. „Unsere Beschäftigten sollen sich bei uns gut aufgehoben fühlen und nicht das Gefühl haben, dass sie nur eine betriebswirtschaftliche Größe in unserer Kalkulation sind.“

Das gelte selbstverständlich nicht nur für den betrieblichen Nachwuchs, sondern für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohnehin legt man bei Schnorpfeil viel Wert auf einen gesunden Mix aus erfahrenen älteren und wissbegierigen jüngeren Beschäftigten. „Die Älteren sind vielleicht körperlich nicht mehr so belastbar“, meint Günter Pick. „Aber ihre Erfahrung lässt sich durch nichts ersetzen. Wichtig ist, dass dies jeder zu schätzen weiß – vom Chef bis zum Auszubildenden.“

Dieses Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung – von Älteren und Jüngeren, aber auch von Vorgesetzten und Mannschaft – seien die Grundlage für ein gutes Betriebsklima, das sich nicht verordnen, sondern nur vorleben lasse und letztlich dazu beitrage, dass Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber die Treue halten, ist auch Marko Arnoldi überzeugt. „Gutes Personal zu finden, ist die eine Herausforderung, es auf Dauer zu halten, die andere. Wir jedenfalls sind stolz darauf, dass viele unserer Beschäftigten von der Lehre bis zur Rente bei uns geblieben sind.“

Grund für diese Treue ist sicherlich auch die Bereitschaft der Verantwortlichen, möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend ihren Wünschen und Fähigkeiten weiter zu qualifizieren. „Das ist wichtig für die Zukunft des Unternehmens, aber auch für das Selbstwertgefühl der Beschäftigten“, meint Pick.

Dass es gerade in den auch körperlich anspruchsvollen gewerblichen Berufen für einen Betrieb wie Schnorpfeil nicht immer einfach ist, den benötigten Nachwuchs zu finden, weiß auch Agenturleiterin Ulrike Mohrs. Gerade deshalb ist sie beeindruckt von der Haltung, mit der das Unternehmen sich dieser Herausforderung stellt. Dazu gehöre auch, dass man sich in jedem Einzelfall bemühe, Lösungen zu finden, die die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gerecht werden. „Das ist ganz oft ein mühseliger Weg. Aber einer, der belohnt wird – mit einem guten Betriebsklima, aber auch mit wirtschaftlichem Erfolg.“ Und nun auch mit dem „Zukunftszertifikat“ der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen.